Leben wie im Kino

Nachdenken mit TV, Kino und Büchern

Über „Leben wie im Kino“

 „Um glücklich zu bleiben, muss man sehr eifrig auf Dinge schauen, die schief gehen können. Das könnte ein Grund sein, warum viele Menschen Geschichten über ein Unglück faszinierend finden. Sie lesen das und denken: Wow, der arme Kerl. Diesen Fehler mache ich aber nicht…“ (Ruut Veenhoven, in: Galore Vol.24, Dez.2006)

Die Antwort Veenhovens auf die Frage danach, warum wir in Filmen, Büchern und Geschichten im allgemeinen hauptsächlich Krisen und Dramen suchen, hat mich fasziniert. Nicht, dass ich mir das nicht schon selber zusammengereimt hätte – aber so auf den Punkt gebracht hat es mir gut gefallen. Und mich außerdem wieder mal auf den Gedanken gebracht, meinen Ideen zum „Filmcoaching“ neuen Schwung zu geben.

 

Menschen lieben Geschichten. War es früher der Märchenerzähler und später die Bücher, so sind es heute meist Kino und Fernsehen, die uns Geschichten erzählen. Der Zauber des Kinos ist ungebrochen. Filme machen uns lachen und weinen, Filme stellen uns in Frage, sie ermutigen uns oder sie unterhalten einfach.

 

Warum nicht einmal Filme ernsthaft dazu benutzen, uns über unser Leben Gedanken zu machen?

 

Das Leben ist zu kostbar, um es dem Schicksal zu überlassen.“

(Walter Moers/ Die 13 1/2 Leben des Käpt´n Blaubär)

 

 Filme erzählen uns von Helden auf der Reise.

Ob es der Hobbit Frodo auf der Reise nach Mordor ist, Spiderman auf dem Weg zu sich selbst oder ob Kevin Costner „mit dem Wolf tanzt“ – Helden sind auf dem Weg.

Sie sind auf dem Weg, wie wir es sind: Die erste Liebe, der erste Job, eine gescheiterte Beziehung, Arbeitslosigkeit, eine Midlife-Crisis oder eine erfolgreiche Karriere.

Aber als die Helden unseres Lebens wissen wir auch oft die Lösung nicht. Oft sehen wir auf eine Zukunft, die ungewiss ist. Vielleicht fragen wir uns neu, was wir vom Leben wollen.

 

Helden siegen.

Und dafür lieben wir sie. Oft scheinen sie so viel stärker zu sein als wir selbst es sind. Ihre Kraft scheint unbegrenzt, sie zweifeln nicht an ihrer Mission, sie verlieren nie ihre Leidenschaft. Fast nie. Denn auch…

 

Helden scheitern.

Doch sogar dafür lieben wir sie. Natürlich sind wir erschüttert, wenn Romeo und Julia sterben – egal, ob in der klassischen oder in der „West Side Story“ Fassung. Aber beneiden wir sie nicht vielleicht auch um ihre Liebe? Einmal so leidenschaftlich lieben und dann sterben – hätte sich das Leben dann nicht vielleicht schon gelohnt?

 

Reisen – siegen – scheitern.

Wir lieben die Helden, weil sie unser eigenes Leben spiegeln. Vielleicht leben wir weniger exotisch, weniger leidenschaftlich und weniger gewalttätig als unsere Helden. Aber erleben möchten auch wir etwas. Wir wollen vorwärts kommen, suchen vielleicht Wohlstand, vielleicht Liebe, vielleicht Leidenschaft.

Helden sind gut für Geschichten. Dramatische Geschichten. Ergreifende Geschichten. Traurige Geschichten. Lebensnahe Geschichten. Nachdenklich stimmende Geschichten. Mut machende Geschichten.

 

Denn Filme sind wie „Leben, aus dem man die langweiligen Stellen gestrichen hat…“

 

3 Antworten zu “Über „Leben wie im Kino“”

  1. :)

  2. Romchyka sagte

    kako ste kaj?

  3. Marco Kranjc sagte

    Dober sem! Pa vi?

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