Verfasst von Marco Kranjc am Mai 8, 2007
„Wenn es so ist, dass wir nur einen kleinen Teil von dem Leben können, was in uns ist – was geschieht dann mit dem Rest?“ (S.29)
Eine Frage, der sich Raimund Gregorius, Latein – und Altsprachenlehrer in Bern, nach einer seltsamen Begegnung gegenüber sieht. Er, der immer zuverlässige und berechenbare Gymnasiallehrer, steigt nun aus. Er verläßt seine Klasse während des Unterrichts und geht. Fährt nach Lissabon, auf der Suche nach einem Unbekannten.
Auch wenn das Buch zum Ende hin etwas nachläßt, stellt es Fragen, die jeden irgendwann einmal bewegen. Ist das, was ich mache – vielleicht sogar sehr erfolgreich – das, was ich will? Weiß ich, was ich will?
Einmal heißt es: „Wenn es um die Seele geht, gibt es weniges, was wir in der Hand haben.“ (S.391)
Es ist nicht immer einfach, zu erkennen, was einen antreibt…
Pascal Mercier – Nachtzug nach Lissabon (Hanser-Verlag, 2004): 495 Seiten
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Verfasst von Marco Kranjc am April 19, 2007
Romano Guardini, Die Lebensalter. Ihre ethische und pädagogische Bedeutung.
(Mainz, 12.Aufl., 2006: 104 S.)
Ja, das Buch ist von 1953 und so liest es sich auch. Aber man muss ja nicht immer nur zu Ratgebern greifen, die „locker und flott“ geschrieben sind.
Der katholische Theologe Romano Guardini (1885-1968) beschreibt die typischen Anforderungen und Probleme in verschiedenen Phasen des menschlichen Lebens. Das klingt hier und da etwas altbacken, aber das liegt im Grunde nur am äußeren „Kleid“ der Sprache. Auch wenn es zum Beispiel das Wort „Midlife-Crisis“ noch nicht gab, ist sie in Guardinis Beschreibung des „ernüchterten“ Mensch gut zu erkennen.
Die Grenzen der Lebensphasen sind natürlich fließend. Jeder Leser kann aber leicht erkennen, welcher Abschnitt des Buches auf ihn zutrifft oder welcher Scheideweg vielleicht auf ihn wartet. Die Lektüre hilft auch, Stolpersteine auf unserem Lebensweg zu erkennen und vielleicht zu vermeiden.
Alles in allem ein wertvolles Buch, in dem man gern wieder einmal blättert um seine Position zu bestimmen.
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